Mein Aufenthalt als Assistant Teacher
Am Wochenende (27. und 28.02.) war ich mit der International Society in Edinburgh. Am Samstag morgen ging es um acht mit dem Bus los Richtung Schottland. Auch bei den englischen Reisebussen gibt es anscheinend nur kochend heiß oder eiskalt. Nach sechs Stunden Fahrt und mit kochenden Füßen kamen wir an der Jugendherberge in Edinburgh an. Wir konnten leider unsere Zimmer nicht gleich beziehen. Also haben wir unser Gepäck im Gepäckraum abgestellt und die drei Mädels, die ich im Bus kennengelernt habe, und ich haben uns dazu entschlossen zuerst die Stadt zu erkunden und erst vor dem Abendessen die Zimmer zu beziehen. Wir haben uns also aufgemacht in die Stadt und Kaffee getrunken. Edinburgh ist wirklich eine tolle Stadt mit tollen Häusern und süßen kleinen Sträßchen (Close) genannt, die nachts zugeschlossen sind. Es ist superspannend, rauszufinden, was am Ende dieser Sträßchen ist, denn man weiß nie, was einen erwartet. Es könnte ein niedlicher kleiner Pub sein, ein Schriftstellermuseum oder einfach ein Hinterhof.
Dominierend im Stadtbild von Edinburgh ist das Schloss, das auf dem Castle Rock steht. Dieser Berg besteht aus der erkalteten Lava des erloschenen Vulkanes Arthur’s Seat. Diese Lava ist auch dafür verantwortlich, dass die Altstadt von Edinburgh sehr hügelig ist, wohingegen der neuere Teil, auf der anderen Seite der Princes Street total flach ist. Das Schloss steht also auf dem Gipfel dieses Berges, der zu drei Seiten fast senkrecht abfällt. An der Seite zur Altstadt kann man aber ziemlich bequem hochlaufen. Die erste Erwähnung des Schlosses war im 14. Jahrhundert. Das älteste Gebäude, die St. Margaret’s Kapelle, ist allerdings aus dem frühen 12. Jahrhundert. Heute kümmert sich eine Gruppe von Frauen, die alle Margaret heißen und in Edinburgh geboren sind, um die Kapelle.
Auf dem Weg zurück zur Jugendherberge haben wir auch noch den Greyfriars Bobby “gefunden”. Laut der Geschichte hat dieser kleine Skye Terrier nach dem Tod seines Herrchens 16 Jahre an dessen Grab gewacht. Wie uns unsere Tourführerin gesagt hat, gedenken die Schotten ihrer Geschichte, in dem sie einen Pub danach benennen. Und so gibt es hier dann auch einen Pub mit dem Namen Greyfriars Bobby’s Bar.

Zu Abend gegessen haben wir in einem wirklich gemütlichen Pub (Whiski). Ich hab mich an Haggis gewagt. Das ist, mit Leber, Lunge, Herz, Nierenfett und Hafermehl gefüllter Schafsmagen. http://de.wikipedia.org/wiki/Haggis Es war wirklich gut und hat, wie wir alle feststellten, überhaupt nicht nach Schaf geschmeckt. Dazu gibt es Kartoffelbrei und pürierte Rüben. Die Rüben hätte man für mich weglassen können, aber dafür kann das Haggis ja nichts.
Hier haben wir dann den Rest des Abends bei Livemusik (und später noch Dessert) verbracht.
Am Sonntag morgen haben wir uns um halb neun zum Frühstück getroffen. War zwar “nur” continental mit Brötchen, Toast, Joghurt, Obst, Müsli, Butter, Marmelade und Käse, aber das ist ja für mich eh genau das Richtige
Danach (um halb zehn) war Bustour durch die Stadt angesagt. Die Führerin war echt lieb und hat tolle Geschichten, nicht nur von Edinburgh sondern auch von den Schotten im Allgemeinen erzählt.
Leider war das Wetter am Sonntag ziemlich unbeständig und so sind wir nicht im Park spazieren gegangen und haben nicht versucht, den Vulkan zu besteigen sondern sind zum Lunch gegangen und haben danach in der “Neustadt” gebummelt.
Wir haben es dann auch noch geschafft, eine weitere schottische Spezialität zu probieren. Frittiertes Mars! Ja, das ist jetzt kein Witz. Die Schotten frittieren wirklich alles. Sogar Pizza und Blutwurst. Für das frittierte Mars wird der Schokoriegel in einen Teig getaucht und dann ab damit in die Frittöse (es hat eine eigene Frittöse und kommt nicht in die selbe wie die Pommes oder die Blutwurst). Schmecken tut das aber ganz gut. Der Teigmantel ist knusprig, die Schokolade und das Karamell schmelzen, der Schaumkern bleibt relativ fest.

Durch Zufall haben wir unser Mars genau in dem Laden gegessen, wo Galileo vor ein paar Jahren die Reportage “Frittiertes Schottland” gedreht hat. Das hat uns der Verkäufer gesagt, weil er vermutet hatte, dass wir Deutsche sind (war ja aber nur ich Deutsche).
Download des Galileo Videos
Auf den Spuren von J.K. Rowling:
Die Autorin der Harry Potter Romane fand viele Inspirationen für ihre Bücher in Edinburgh und schreibt nach eigenen Aussagen am Liebsten in Cafés. Die ersten beiden Bände schrieb sie im Elephant House und auch wir haben hier einen Kaffee getrunken und ein Stück Kuchen gegessen.

Aus dem hinteren Fenster blickt man auf einen alten Friedhof. Angeblich stammen einige Namen in ihren Büchern von diesen Grabsteinen. Den Friedhof konnte ich nicht fotografieren, wir haben keinen Weg gefunden, auf dem man da hin kommt.

Diese alte Schule ist möglicherweise die Inspiration für Hogwarts gewesen. Allgemein kann man sich, wenn man durch Edinburgh läuft, auch gut vorstellen, wie Hogsmeade (die Ortschaft, in der Harry und die anderen ihre Schulsachen kaufen) entstanden ist.
Nachdem bekannt wurde, wo J.K. Rowling ihre Bücher schreibt, war es mit der Ruhe im Elephant House vorbei. So hat sie den letzten Teil im Balmoral Hotel geschrieben.

Um fünf Uhr war dann wieder Busabfahrt Richtung Manchester, wo wir um kurz nach zehn ankamen.
Es war ein super Wochenende und Edinburgh wird mich auf jeden Fall wieder sehen. Ich will nämlich noch das Schloss von innen sehen, eine Ghost-Tour (eine Stadtführung bei Nacht) machen und den Vulkan besteigen.